Donnerstag, 7. Januar 2016

Vorschau Januar

Am Sonntag, dem 10. Januar 2016 um18 Uhr ist der Max Clouth Clan zu Gast bei den Freien Klängen in der Festung Mark:
Max Clouth – Indian Jazz Guitar, Lotus Guitar
Markus Wach – Bass
Martin Standke – Schlagzeug 
Max Clouth „combines the tradition of jazz guitar with elements of North and South Indian music“ (Radio hr2 Kultur). His music ranges from intense, catchy compositions to indian phrasing techniques to virtuoso guitar work. Though innovative in his approach, his works maintain respect for the tradition of jazz guitar. T.L. Mazumdar, nominated for the Bremen Jazz Award 2012, is a „charismatic and exceptional musician“ (GEA.de) with „overwhelming talent“ (Jack Douglas, produced Jimi Hendrix). He adds spherical vocal parts and modern keyboard and synth sounds to the Clan’s music. Max Clouth Clan feat. TL Mazumdar – modern jazz with Indian flavour and great potential to touch listeners all over the world.


Sonntag, 13. Dezember 2015

Unni Løvlid

Am dritten Advent gab es bei den Freien Klängen ein Vokalkonzert mit einer Gesangs-Solistin:
Unni Løvlid – voc

Unni Løvlid hatte für das Programm hauptsächlich traditionelle Lieder ihrer norwegischen Heimat zusammengestellt, die sie nur mit der Kraft ihrer Stimme vortrug. Melancholische Liebeslieder wie das "called the wind", in dem sie eine alte Geschichte von gebrochenem Herzen und tiefer Trauer verarbeitet oder fröhliche Hochzeitstänze, wie sie normalerweise auf der Hardangerfiedel gespielt werden und die Unni Løvlid allein durch gesungene Silben interpretiert, unterstützt durch den Takt ihrer rhythmisch stampfenden Füße. Musik, die sie in kleinen Dörfern findet, "in Gegenden, in denen kaum ein Fremder auf der Durchreise anhält", wie sie dazu sagte. 

Der ungewöhnliche Konzertabend – die Sängerin stand ohne jede instrumentale Begleitung auf der Bühne – lebte von Unni Løvlids zarter und doch eindringlicher Stimme. Als sie die Bühne betrat und leise zu singen anfing, war sofort Ruhe im Saal. Løvlids Musik erfordert konzentriertes Hören und das Magdeburger Publikum ließ sich darauf ein, kaum ein Fremdgeräusch unterbrach die Stille in den Zwischenräumen der Musik. Nach dem Konzert erkärte Unni Løvlid, daß ihre Musik auch von der Aufmerksamkeit des Publikums beeinflußt wird, von der Intensität des Hörens, wie sie es bezeichnete und die sie auf der Bühne spürte. Durch diese ungeteilte Aufmerksamkeit der Hörer war das Konzert voll dieser magisch anmutenden Momente, bei denen sich die Konzertgäste ganz in die Musik versenken konnten, sich von den hypnotischen Tönen beinahe in Trance versetzen ließen. Der größte Teil der Lieder hatte norwegische Texte. Das jedoch spielte für die Wirkung der Musik keine Rolle, das Verständnis der Musik erfolgte über die Gefühlsebene. 

Samstag, 12. Dezember 2015

Vorschau Dezember

Morgen abend gibt es schon wieder das nächste Konzert der Freien Klänge: am Sonntag, 13.12.2015 um 18 Uhr.
Unni Løvlid – voc
Håkon Thelin – Kontrabass
Unni Løvlid, die Stimme der Westküste Norwegens, ist eine vielseitige Musikerin in der obersten Riege der Folkmusiker. Mit ihrer einzigartigen Stimme und der ursprünglichen Art und Weise, Musik des kulturellen Erbes in neue künstlerische Formen zu bringen, kombiniert auch das Duo Løvlid und Thelin norwegischen Folk und zeitgenössische Musik.
Håkon Thelin, bekannt aus dem Ensemble Modern and Poing, wurde für sein Album „Light“ mit dem norwegischen Grammy-Award ausgezeichnet. Håkon hat eine neue Spielart auf seinem Instrument entwickelt, um den “Kontrabass mit seiner eigenen Stimme singen zu lassen”. Die Musik zeichnet sich durch festgelegte Rhythmen, melodische Formen aus, und schafft doch einen Sound, der den Eindruck von Improvisation erweckt. Das Duo sucht, entwickelt und probiert verschiedene Formen der Zusammenarbeit aus und schafft eine Musik, die intensiv, ruhig - und voller Überraschung ist.

Hier ist eine Hörprobe:


In Magdeburg war Unni Løvlid vor einigen Jahren in anderer Besetzung zu Gast, in der Reihe Jazz in der Kammer im Januar 2010.

Sonntag, 8. November 2015

Nicole Jo

NICOLE JO – Colours
Nicole Johänntgen – Saxophon
Stefan Johänntgen – Keyboards
Philipp Rehm – Baß
Elmar Federkeil – Drums und Percussion


Das Quartett Nicole Jo benannte sich nach der Saxophonistin und Initiatorin Nicole Johänntgen, die auch für den überwiegenden Teil der Kompositionen verantwortlich ist und das Konzert mit deutlicher Bühnenpräsenz und Begeisterung leitete. Gemeinsam mit ihrem Bruder Stefan Johänntgen, dem Bassisten Philipp Rehm und dem Schlagzeuger und Percussionisten Elmar Federkeil brachte sie in weiten Teilen des Konzerts einen satten Sound auf die Bühne der Festung Mark – lebendiger, expressiver und kräftiger Jazz war zu hören.

Begann das Konzert noch mit eindringlichen, langsamen Tönen des Saxophons, verbunden mit Halleffekten von Keyboard und Bass, so wechselte die Musik bald hin zu einem rhythmischen, tanzbaren Clubsound, wie geschaffen für Musikklubs einer Großstadt. Diese Mischung hatte Nicole Johänntgen wohl auch im Sinn, wenn sie (wie sie in der Pause sagte) "es cool findet, wenn es immer wieder am Rand der Bühne Leute gibt, die sich zur Musik der Band bewegen". In Magdeburg gab es dagegen eher das aufmerksam lauschende als das tanzwillige Publikum, das dann aber auch voll auf seine Kosten kam. Beispielsweise durch den Raum, den Bandleaderin Nicole Johänntgen den anderen Musikern ließ. Etwa wenn Philipp Rehm am Baß spanische Flamenco-Rhythmen durchscheinen ließ, mal durch elektronische Effekte variiert und verfremdet, mal sehr nahe am Klang eines akustischen Instruments, und die Band dann in diese Klänge einstimmte. Oder wenn Stefan Johänntgen, der Ton-Ingenieur unter den vier Musikern, aus Keyboard und Synthesizer spacige Klänge hervorholte, die den Zuhörer in die Zeit der 1970er Jahre zurückversetzten. 

Elmar Federkeil an Drum und Percussion sorgt nicht nur für einen kräftigen Rhythmus von rockigen Trommelwirbeln bis hin zu afrikanischen Rhythmen, sondern stand auch mit einer Steel Pan (Blue Point Steel Harp) als metallisch-durchdringend klingendes Solo-Instrument in der Mitte der Bühne. 

Immer wieder aber bestimmte Nicole Johänntgen die Musik, vor allem wenn sie ihr Saxophon expressiv und mit vollem Einsatz spielte. Und das Saxophon damit auch die Rolle einer "Stimme der Band" übernahm. 

Den Abend fasste Nicole Johänntgen mit den Worten "take the moment as it is" ganz treffend zusammen. Für das Konzert in Magdeburg bedeutet das aus ihrer Sicht, daß "die Musik so richtig gut im Fluß", die Stimmung genau richtig und auch der Klang in den Festungsmauern überraschend gut war. Genau die richtige Atmosphäre für freie Interpretationen von Stücken der aktuellen CD "Colours", die Nicole Jo zur Zeit auf ihrer Tour vorstellt. Daneben gab es aber auch schon wieder neue Stücke zu hören. Wie das langsame "White and Green", das als Zugabe den Abend beendete. 


Warnfried Altmann, Organisator der Freien Klänge.
Hier bei der Gedichtlesung am Ende der Pause.