Mark Alban Lotz – Flöten
Alan "Gunga" Purves – Percussion, Toys
Mark Alban Lotz kam mit seiner riesigen Kontrabass-Flöte auf die Bühne, einem Instrument, dem man die Herkunft aus dem Baumarkt ansah (später erklärte er, dass der Instrumentenbauer tatsächlich Kunststoff-Abwasserrohre verwendete, die er mit Klappen eines Saxophons kombinierte). Die tiefen Töne spielt er in eine Loop-Station ein, die dann durch die ständige Wiederholung wie der Atem eines großen Urzeittieres klingen. Alan "Gunga" Purves nimmt in jede Hand eine Spieluhr, solche kleinen Blechdosen, die wohl jeder schon mal seinen Kindern als Spielzeug kaufte, hält sie an den Kurbeln fest und dreht sie rhythmisch, fügt schnalzende Töne hinzu. Über diese Kombination spielt Lotz Töne auf seiner etwas kleineren Bassflöte – und nun füllen Urwaldgeräusche den Raum, das Grummeln eines nahen Gewitters, Vogelstimmen und Pfeifen von Baumfröschen.
Später, zu den Tönen eines umgebauten Akkordeons, dessen Balg Alan Purves mit den Füßen bedient und damit Borduntöne für Alban Lotz' Flöte erzeugt, hört das Ohr, das sich an bekanntem orientieren möchte, Melodien wie Debessys "Nachmittag eines Fauns" heraus. Aber was ist schon "normal", was ist "bekannt" bei diesem phantasievollen Spiel mit Klängen und Tönen? Die Musik von Purves und Lotz bietet ein großes Maß völlig neuer Hör-Erfahrung und Phantasie. Und sie macht Spaß, verführt zum mit- und nachmachen. Denn, im Ernst: wer hat noch nie auf einem Eierschneider Harfe gespielt oder auf Glasflaschen Töne geblasen? Das scheinbar so Einfache zu Rhythmus und Musik zu kombinieren ist dann doch die große Kunst der beiden.