Mittwoch, 12. September 2018

Vorschau Oktober

Im Oktober gibt es einen Programmänderung gegenüber dem veröffentlichten Jahresprogramm:
Am Sonntag, dem 14. Oktober ist ab 19 Uhr die Cellistin Susanne Paul mit ihrem brasilianischen Quartett auf der Bühne der Freien Klänge in der Festung Mark zu erleben.
Susanne Paul – Cello
Maria Clara Valle  – Cello
Aline Gonçalves – Flute
Diego Zangado – Pandeiro
Susanne Paul war in Magdeburg zuletzt vor zwei Jahren bei Jazz in der Kammer zu hören, damals im Trio mit Uwe Kropinski und Vladimir Karparov. Diesmal erwartet uns südamerikanische Stimmung, brasilianische Musik mit kräftige Rhythmen, die aber europäisch beeinflusst ist – "Brasilianische Grooves im kammermusikalischen Setting", wie Susanne Paul ihre Musik beschreibt.


Sonntag, 9. September 2018

Petit Standard

Heute war "Petit Standard" bei den Freien Klängen in der Festung Mark zu hören.
Vesna Pisarović – Gesang
Henning Sieverts – Bass
John Betsch – Schlagzeug

Vor dem Beginn des Freie-Klänge-Konzertes weist Warnfried Altmann auf die Besonderheit der kleinen Konzertreihe in der großen Festung Mark hin. „Hier in der Festung gibt es Konzerte mit tausend Leuten und dann wieder so etwas wie heute, kleine Konzerte abseits des Mainstreams“, Konzerte, die Vielfalt in die Musik bringen, weg von dem allzu oft gehörten führen und gerade deshalb hörenswert sind. Zu solchen Konzerten zählte ganz gewiss auch das heutige.

Schon die Besetzung – die Sängerin wird allein von Bass und Schlagzeug begleitet – ist ungewöhnlich, es gibt kein Melodieinstrument in der Band. Vesna Pisarović wird auch nicht im eigentlichen Sinn begleitet, vielmehr wird die Musik von einem Wechselspiel zwischen der Sängerin mit ihrer klaren, kräftigen Stimme und den beiden Instrumenten bestimmt. Sie steht im Vordergrund der Band, singt voller Ausdruck und Gefühl, erzählt mit ihren Liedern Geschichten. Geschichten, von denen viele von Einsamkeit, vergeblicher Liebe oder Sehnsucht handeln, mit Textzeilen wie „A Flower is a lownesome thing“, „It‘s over now“, „Come spend this lazy afternoon with me“, „The man I love … I do my best to make him stay“. Lieder, bei denen der melancholischer Unterton ihrer Texte von Pisarovićs kräftigem Gesang kontrastiert wird.

Freitag, 17. August 2018

Vorschau September

Beim nächsten Termin der Freien Klänge, am Sonntag, dem 9. September um 19 Uhr, wird "Petit Standard" zu hören sein.
Vesna Pisarovic – Gesang
Chris Dahlgren – Bass
John Betsch – Schlagzeug

Der Veranstalter schreibt über das Trio:
Das Jazz Projekt «Petit Standard» lotet die Möglichkeiten und die Grenzen der kleinsten möglichen Besetzungsform, des Trio, aus. Die kroatische Jazzsängerin Vesna Pisarovic greift, angetrieben vom rhythmischem und harmonischem Puls des Bassisten Chris Dahlgren und des Schlagzeuger John Betsch, auf das unermessliche Repertoire aus Jazzstandards und Werken grosser Jazzkomponisten – wie z.B. Thelonious Monk, Duke Ellington, Charles Mingus und Steve Lacy – zurück.
Durch ihren spielerische dekonstruktiven und experimentellen Ansatz ohne jedes Klischee und Sarkasmus geben sie diesen Stücken ein neues musikalisches Gewand. Die zu testende Hypothese ist dabei immer gleich: Kann man die Form minimalisieren und gleichzeitig ein Maximum an Ausdruck erreichen?
Hört man sich im Internet verfügbare Musik des Trios an, dann fasziniert der ruhige, dunkle Jazz-Gesang von Vesna Pisarovic, die zurückhaltend von Baß und Schlagzeug begleitet wird.


Sonntag, 12. August 2018

Max Clouth Clan feat. Varijashree Venugopal

Heute stellte der Max-Clouth-Clan auf der Bühne der Freien Klänge in der Festung Mark sein neues Album "Kamaloka" vor. Mit dabei: die indische Sängerin Varijashree Venugopal. 
Max Clouth – Gitarre
Andrey Shabashev – Keys
Markus Wach – Bass
Martin Standke – Schlagzeug
Varijashree Venugopal – Gesang

Max Clouth setzt sich lässig auf den Hocker und beginnt seine doppelhalsige Gitarre zu stimmen. Bereits da hört man indische Klänge in ihren von europäischen  Gewohnheiten abweichenden Tonleitern und den viele Zwischentönen. Genau dafür hat seine Gitarre auf einem der beiden Hälse keine Bunde. Unmerklich geht das Stimmen des Instrumentes in das Konzert über, die Musik klingt ruhig, akustisch. Nur vom Keyboard kommen elektronische Effekte, verzerrte Töne, an Fusion-Musik angelehnt und die Musik ins Jazzige hinein führend. Max Clouth begleitet in „Kusadasi Kelim“ die sich wiederholenden musikalischen Muster seiner Band mit virtuosen, mal spanisch angehauchten, mal indisch inspirierten Klängen. Dabei sollte es aber nicht bleiben. Max Clouth, der sich nach seinem Musikstudium lange Zeit in Indien aufhielt, um sich dort intensiv mit der indischen Musik zu beschäftigen, will sich nicht in die vielen Musiker einreihen, die nur exotische indische Klänge als „Weltmusik“ spielen: „Ich will etwas neues schaffen, etwas, was es noch nicht so gibt“, sagt der Musiker im Gespräch, „ich finde es interessanter, wenn ich mich mehr an Rock und Pop orientiere“. Und so sind die folgenden Titel aus seiner aktuellen, im April 2018 erschienenen CD Kamaloka, wie „Hamsa – Soham“ nochmals kräftiger und rhythmusbetonter. Nicht aber ohne die melodiösen Wurzeln der indischen Musik ganz zu verlassen. Bei anderen Stücken ist dann auch mal Markus Wach am Baß für die indischen Zwischentöne zuständig, erzeugt mystische Stimmungen, über die Max Clouth seine Melodien legt.

Interessant sind die Bilder, die entstehen, wenn Max Clouth die Bezeichnungen der Musikstücke übersetzt. So heißt eines Shyam, indisch für Abend, und er möchte die nächtliche Atmosphäre indischer Großstädte beschreiben. Wenn man hört, wie sich in einen ruhigen melodischen Beginn urplötzlich und beinahe explosionsartig das Schlagzeug (Martin Standke) einbricht, dann hat, wer schon einmal in diesen Weltgegenden war, die Mischung aus wenigen ruhigen Gassen und lauten quirligen Straßen voller Menschen und Verkehr vor Augen.

Kurz vor Ende des ersten Set holt Max Clouth die indische Sängerin Varijashree Venugopa auf die Bühne. Die durchaus europäisch geprägten, ruhigen Melodien begleitet sie mit einer zarten und zugleich ausdrucksstarken Stimme. Ursprünglich in klassischer indischer Musik ausgebildet, lässt sie sich inzwischen vom europäischen Jazzgesang beeinflussen. „Mir ist der Austausch zwischen den Kulturen wichtig“, sagt die Sängerin dazu.