Mittwoch, 10. Januar 2018

Vorschau Januar

Am Sonntag, dem 14. Januar um 18 Uhr ist der nächste Termin der Freien Klänge. Dann mit dem Boi Akih Duo.
Monica Akihary – voice
Niels Brouwer – guitar

Das niederländische Jazz-Duo „Boi Akih“ überzeugt durch seinen unverwechselbaren Sound. Es besticht besonderes durch die Kombination europäischer, indischer und indonesischer Klänge. Komponist und Gitarrist Niels Brouwer und Sängerin Monica Akihary haben für ihr aktuelles Werk „Liquid Songs“ neun sehr persönliche Songs verfasst. „Liquid Songs“ ist ein künstlerisches Beispiel für die ständige Verschmelzung von Identitäten, um ihre tiefere Energie nutzen zu können und sie zur Bereicherung der Musik einzusetzen, die auch in der afro-amerikanischen Jazztradition präsent ist.

Die sehr variable, warme Stimme von Monica Akihary wird von Niels Brouwers akustischer Gitarre unterstützt. Wer schon mal eine Kostprobe haben will, kann in das Klangbeispiel hineinhören. Noch besser aber: am Sonntag in die Festung Mark kommen und live hören. 



Sonntag, 10. Dezember 2017

Annette Maye’s Vinograd Express

Heute abend stand Annette Maye’s Vinograd Express auf der Bühne der Freien Klänge:
Annette Maye – Klarinette
Udo Moll – Trompete
Janko Hanushevsky – Bass
Max Andrzejewsky – Schlagzeug

Der Vinograd Express startet mit geheimnisvoll rauschenden Trommelklängen, über denen erst allmählich und leise E-Baß, Tompete und Saxophon hörbar werden. Und gerade als man sich angesichts des immer deutlicher werdenden osteuropäischen Einschlags der Musik 'und wo bleibt der drive' fragt, beginnt die Musik unter kräftigen Schlägen des Schlagzeugs an Dynamik zuzunehmen. Lauter und kräftiger werdend, erzeugen Annette Mayes Baßklarinette und Janko Hanushevskys Bass ein durchgehendes Grundmuster tiefer Klänge, in das sich die Konzertbesucher hineinversenken können. Eine musikalische Zeitdehnung scheint stattzufinden, in der dann Udo Molls kräftige Trompete die Führung übernimmt.

An vielen Stellen wird die Musik des Vinograd Express von komplizierten rhythmischen Strukturen bestimmt. Da kann dann schon mal jedes der vier Instrumente permanent einem völlig eigenen Takt zu folgen, woraus sich am Ende eine ziemlich wilde Mischung verschiedener Balkan-Stile ergibt, eine Art Speed-Balkan-Folk-Klezmer mit einer Spur Dreigroschenoper. Oder aber der Baß gibt einen beständigen, ins Ohr gehenden 6/8-Takt vor, der in Verbindung mit dem Schlagzeug die Grundlage für die im Vordergrund stehdenden Klarinette und Trompete bilden. Weit von leichthin hörbarer Musik und doch ins Ohr gehend, seltsam vertraut und fremd zugleich.

Freitag, 8. Dezember 2017

Vorschau Dezember

Bereits übermorgen, am Sonntag, dem 10. Dezember, gibt es um 18 Uhr das nächste Konzert der Freien Klänge:
Annette Maye’s Vinograd Express, mit
Annette Maye – Klarinette
Udo Moll – Trompete
Janko Hanushevsky – Bass
Max Andrzejewsky – Schlagzeug

Musik ist eine Sprache der Seele. Musikalisches Kleinod aus den Genres Jazz, Blues, Klezmer oder Weltmusik wird einmal monatlich in der Festung Mark präsentiert. In der Dezember-Ausgabe der „Freien Klänge“ beehren uns die Musiker von „Annette Maye’s Vinograd Express“.

Der „Vinograd Express“ schlängelt sich durch Täler, passiert karges Gebirge, gibt den Blick auf die Festung Masada frei und beamt sich im nächsten Moment in das hektische Straßengewirr von New York City. Lokführer ist die Modalität, Zugbegleiter sind die Improvisation und das Experiment. Bezugnehmend auf John Zorns Masada Songbooks und die legendären Aufnahmen des „Masada Quartet“ gehen die Musiker Annette Maye, Udo Moll, Janko Hanushevsky und Max Andrzejewski frei und spielerisch mit dem musikalischen Material um. Sie suchen auf ihre Weise eine Verbindung jüdisch-orientalischer Musikelemente mit Free Jazz, Rock und anderen modernen Genres.

Sonntag, 12. November 2017

Trio Benares

Heute abend war das Trio Benares in der Festung Mark zu hören.
Roger Hanschel – Sax
Deobrat Mishra – Sitar
Prashant Mishra – Tabla

Kaum haben sich die Musiker auf ihre Plätze gesetzt, da klingt schon das letzte Stimmen der Instrumente wie Musik – die Sitar mit ihren wunderbar melodischen Tönen, das metallische Klingen der Tablas, das warme Saxophon. Dann aber, als alles stimmt, geht es richtig los mit einem Feuerwerk an Tönen, mit einer Musik, die die drei Musiker in hoher Geschwindigkeit spielen. Das hat dann nichts mehr von verträumten indischen Klängen. Hier mischt sich die Musik des Orient mit europäischen Klängen.

Am Beginn des Programms steht Assi Ghat, das Titelstück der neuen CD des Trios. Roger Hanschel bezieht sich damit auf die größte der Treppen, die im indischen Benares (daher auch der Name des Trios) zum Ganges hinab führen. Hanschel berichtet von der spirituellen Erfahrung, wenn man dort zur Regenzeit sitzt und auf den beinahe unendlich breit scheinenden Ganges blickt, dessen anderes Ufer im Regendunst verschwindet. Europäischer wird der Hintergrund der Musik – nicht aber ihr Klang –, als Hanschel mit Charlies Reverberations an den Jazzmusiker Charlie Mariano erinnert. Ein stilles Stück auf der Sitar, die Deobrat Mishra virtuos spielt. Der leise Beginn des Stückes läßt die Faszination erkennen, die das Instrument seit langer Zeit auf westliche Musiker ausübt, mit seiner Vielfalt an Zwischentönen und seinen für uns ungewohnt neuen und doch so alten Klangformen.