Sonntag, 14. Januar 2018

Boi Akih

Heute spielte das Duo Boi Akih bei den Freien Klängen.
Monica Akihary – voice
Niels Brouwer – guitar

Monika Akihary beginnt leise zu singen, fast nur ein Sprechgesang, einzelne Silben, die sich über die Gitarrenakkorde von Niels Brouwer legen. Schon bald hat man sich eingehört und wenige Worte der poetischen englischen Texte genügen, um Assoziationen entstehen zu lassen. „Wenn es Abend wird und dunkle Schatten die Berge entlang aufsteigen“, heißt es da etwa, vom mystischen Klang der Bäume ist die Rede, von den funkelnden Augen eines Mädchens, und so meint der Zuhörer es auch in Monika Akiharys Gesang wiederzufinden, in ihrer zugleich sanften wie ausdrucksstarken Stimme, in der sie Melodien und Lieder ihrer indonesischen Heimat mit europäischem Jazz-Gesang vermischt. „Ich lasse mich von der Atmosphäre der Städte und den Landschaften inspirieren, in die ich gereist bin“, sagt sie später, im Gespräch nach  dem Konzert. Und so finden sich in der Musik des niederländischen Duos Einflüsse aus Indonesien und Akiharys Heimatinsel Harukku ebenso wie Musik aus Afrika, Mexiko, Brasilen oder China. 

Zwischen den Liedern gibt es immer wieder Solostellen, in denen sich Niels Brouwer als virtuoser Gitarrist erweist. Sein Töne auf der Gitarre sind so warm und wohltuend wie zuvor Monika Akiharys Stimme. Besonders interessant wird es, wenn er seine 25saitige Harfengitarre hervorholt, deren Basssaiten einen Bordunton erzeugen und deren Diskansaiten tatsächlich ähnlich einer Harfe klingen. Aber auch seine „normale“ 6-saitige Gitarre nutzt er voller Abwechslung. Mal finden sich spanische Melodien in Brouwers Gitarrenklängen wieder, mal hört man ein Gamelan-Ensemble heraus, als Brouwer die Gitarre mit Holzstäben präpariert und als Percussionsinstrument nutzt.

Später bringt Monika Akihary auch Elektronik ins Spiel, als sie Gesangsstimmen und leises Pfeifen in Loops übereinanderlegt und damit geheimnisvolle Klänge erzeugt wie in einer sanften warmen Nacht eines tropischen Regenwaldes.

Beide Musiker sind im Konzert so harmonisch aufeinander eingespielt, dass es keine Rolle spielt, wer da eigentlich wen begleitet. Mal ist es Monica Akihary, die eine Melodie zu singen beginnt, in die Niels Brouwers Gitarre einstimmt. Mal begleitet sie dann seine Gitarrenmelodie stimmlich. Und bei aller Intensität, die beide in ihre Musik einbringen, ist das Konzert doch eines der leisen Töne, denen das Publikum aufmerksam folgt und die es bis zum letzten Ton ausklingen läßt. Und gefühlvoll endet das Konzert dann auch, mit einer ganz langsamen, aber voller Gefühl gesungenen Version des „time after time“ von Cindy Lauper. Und als das Magdeburger Publikum sie immer noch nicht gehen lassen will, gibt es noch ein Lied in ihrer indonesischen Muttersprache. Das Verstehen braucht da keine Sprachkenntnis, das geht über das Gefühl.


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