Freitag, 17. August 2018

Vorschau September

Beim nächsten Termin der Freien Klänge, am Sonntag, dem 9. September um 19 Uhr, wird "Petit Standard" zu hören sein.
Vesna Pisarovic – Gesang
Chris Dahlgren – Bass
John Betsch – Schlagzeug

Der Veranstalter schreibt über das Trio:
Das Jazz Projekt «Petit Standard» lotet die Möglichkeiten und die Grenzen der kleinsten möglichen Besetzungsform, des Trio, aus. Die kroatische Jazzsängerin Vesna Pisarovic greift, angetrieben vom rhythmischem und harmonischem Puls des Bassisten Chris Dahlgren und des Schlagzeuger John Betsch, auf das unermessliche Repertoire aus Jazzstandards und Werken grosser Jazzkomponisten – wie z.B. Thelonious Monk, Duke Ellington, Charles Mingus und Steve Lacy – zurück.
Durch ihren spielerische dekonstruktiven und experimentellen Ansatz ohne jedes Klischee und Sarkasmus geben sie diesen Stücken ein neues musikalisches Gewand. Die zu testende Hypothese ist dabei immer gleich: Kann man die Form minimalisieren und gleichzeitig ein Maximum an Ausdruck erreichen?
Hört man sich im Internet verfügbare Musik des Trios an, dann fasziniert der ruhige, dunkle Jazz-Gesang von Vesna Pisarovic, die zurückhaltend von Baß und Schlagzeug begleitet wird.


Sonntag, 12. August 2018

Max Clouth Clan feat. Varijashree Venugopal

Heute stellte der Max-Clouth-Clan auf der Bühne der Freien Klänge in der Festung Mark sein neues Album "Kamaloka" vor. Mit dabei: die indische Sängerin Varijashree Venugopal. 
Max Clouth – Gitarre
Andrey Shabashev – Keys
Markus Wach – Bass
Martin Standke – Schlagzeug
Varijashree Venugopal – Gesang

Max Clouth setzt sich lässig auf den Hocker und beginnt seine doppelhalsige Gitarre zu stimmen. Bereits da hört man indische Klänge in ihren von europäischen  Gewohnheiten abweichenden Tonleitern und den viele Zwischentönen. Genau dafür hat seine Gitarre auf einem der beiden Hälse keine Bunde. Unmerklich geht das Stimmen des Instrumentes in das Konzert über, die Musik klingt ruhig, akustisch. Nur vom Keyboard kommen elektronische Effekte, verzerrte Töne, an Fusion-Musik angelehnt und die Musik ins Jazzige hinein führend. Max Clouth begleitet in „Kusadasi Kelim“ die sich wiederholenden musikalischen Muster seiner Band mit virtuosen, mal spanisch angehauchten, mal indisch inspirierten Klängen. Dabei sollte es aber nicht bleiben. Max Clouth, der sich nach seinem Musikstudium lange Zeit in Indien aufhielt, um sich dort intensiv mit der indischen Musik zu beschäftigen, will sich nicht in die vielen Musiker einreihen, die nur exotische indische Klänge als „Weltmusik“ spielen: „Ich will etwas neues schaffen, etwas, was es noch nicht so gibt“, sagt der Musiker im Gespräch, „ich finde es interessanter, wenn ich mich mehr an Rock und Pop orientiere“. Und so sind die folgenden Titel aus seiner aktuellen, im April 2018 erschienenen CD Kamaloka, wie „Hamsa – Soham“ nochmals kräftiger und rhythmusbetonter. Nicht aber ohne die melodiösen Wurzeln der indischen Musik ganz zu verlassen. Bei anderen Stücken ist dann auch mal Markus Wach am Baß für die indischen Zwischentöne zuständig, erzeugt mystische Stimmungen, über die Max Clouth seine Melodien legt.

Interessant sind die Bilder, die entstehen, wenn Max Clouth die Bezeichnungen der Musikstücke übersetzt. So heißt eines Shyam, indisch für Abend, und er möchte die nächtliche Atmosphäre indischer Großstädte beschreiben. Wenn man hört, wie sich in einen ruhigen melodischen Beginn urplötzlich und beinahe explosionsartig das Schlagzeug (Martin Standke) einbricht, dann hat, wer schon einmal in diesen Weltgegenden war, die Mischung aus wenigen ruhigen Gassen und lauten quirligen Straßen voller Menschen und Verkehr vor Augen.

Kurz vor Ende des ersten Set holt Max Clouth die indische Sängerin Varijashree Venugopa auf die Bühne. Die durchaus europäisch geprägten, ruhigen Melodien begleitet sie mit einer zarten und zugleich ausdrucksstarken Stimme. Ursprünglich in klassischer indischer Musik ausgebildet, lässt sie sich inzwischen vom europäischen Jazzgesang beeinflussen. „Mir ist der Austausch zwischen den Kulturen wichtig“, sagt die Sängerin dazu.

Mittwoch, 8. August 2018

Vorschau August

Am Sonntag, dem 12. August stellt um 19 Uhr der Max-Clouth-Clan auf der Bühne der Freien Klänge in der Festung Mark sein neues Album "Kamaloka" vor.
Max Clouth – Gitarre
Andrey Shabashev – Keys
Markus Wach – Bass
Martin Standke – Schlagzeug
Varijashree Venugopal – Gesang

Max Clouth, der sich nach seinem Musikstudium lange Zeit in Indien aufgehalten hat und sich dort intensiv mit der indischen Musik beschäftigte, war vor einiger Zeit bereit einmal in kleinerer Besetzung zu Gast bei den Freien Klängen.

Mit seinem neuen Album „Kamaloka" nimmt Max Clouth seine Zuhörer mit auf einen Roadtrip, gibt ihnen die Musik für einen gedanklichen Episodenfilm, gedreht auf der Strecke zwischen Deutschland und Indien. Auf der CD kommen zu seinem Quartett noch zwei Sängerinnen, ein Tabla-Spieler und drei Streicher hinzu. Der Begriff “Kamaloka“ ist Sanskrit und stammt aus der altindischen Kultur. Wörtlich übersetzt als „Ort der Begierde“ steht er dafür, sich dort vom Materiellen zu lösen.

Die indische Musik hat Max Clouth schon in jungen Jahren fasziniert und er fusioniert sie geschickt und höchst vergnüglich mit seiner heutigen Jazz-Auffassung. Das führt auf „Kamaloka“ zu rasanten Kabinettstückchen, die von ihrem Witz und ihrer Virtuosität leben, der Max Clouth Clan steht aber auch für kontemplativere Stücke wie „Delhi Jaipur Highway“ oder „Letter from Gaza“, in denen eine raffinierte Komplexität lässig verpackt wird. Das erinnert öfter mal an John McLaughlins Jazzrock-Herrlichkeit aus den siebziger Jahren.



Freitag, 15. Juni 2018

Vorschau Juli

Am 8. Juli um 19 Uhr werden Susanna Dill und Gilbert Paeffgen auf der Bühne der Kulturwerkstatt in der Festung Mark bei den "Freien Klängen" zu hören sein.
Susanna Dill – Akkordeon
Gilbert Paeffgen – Hackbrett

Gilbert Paeffgen habe ich bereits zweimal bei Jazz in der Kammer gehört, 2011 mit seinem Hackbrett gemeinsam mit Oliver Kuster und Urban Lienert und 2013 als Schlagzeuger, gemeinsam mit Werner Hasler und Christopher Dell. Beides wunderbare Konzerte. Auf das Konzert im Juli habe ich mich deshalb schon sehr gefreut – jedoch: ich kann es wegen eines anderen Termins (am Sonntag bin ich noch auf dem Rudolstadt-Festival) nicht besuchen. Also wird man dazu hier nichts darüber lesen können (es sei denn, jemand sendet mir ein Foto und ein paar Worte über das Konzert, die ich hier veröffentlichen kann). Deshalb sei allen Freunden guter Live-Musik um so mehr das Besuch des Konzertes ans Herz gelegt!

Über das Konzert von Dill und Paeffgen zitieren die Veranstalter die Berner Zeitung:
Akkordeonistin Susanna Dill und der Hackbrettspieler (und an anderen Orten Schlagzeuger) Gilbert Paeffgen begeben sich mit ihren „urchigen“ Instrumenten jenseits ausgetretener Pfade auf eine Reise voller Überraschungen und kleiner charmanter Sensationen.

Mit ihrem fein gewobenen Zusammenspiel entführen sie in poetische Landschaften und evozieren vor dem inneren Auge Bilder sinnlicher Klanglichkeit.

Ihrer Zwiesprache möchte man ewig lauschen.

«Unbeschreiblich hier» muss sich der Schlagzeuger und Hackbrettspieler Gilbert Paeffgen gefühlt haben, als er das gleichnamige Stück schrieb. Und schon bei den ersten, fein ziselierten, ja fast groovigen Rhythmen gibt man sich auch beim Zuhören ganz dem Augenblick, dem Hier und Jetzt hin. Nicht lange bleibt das Hackbrett allein – eine Flöte schmeichelt ihm in höchsten Tönen. Eine Flöte? Auf der CD «Legendes d’hiver» spielt keine Flöte mit – es ist vielmehr Susanna Dills Akkordeon, das sich jenseits von hiesigen Hörgewohnheiten vernehmen lässt. Mal klingt das schwere Instrument nach einer Oboe, einem Fagott gar in den tiefen Lagen, mal nach leichten Streichern. Dazu lässt Paeffgen einen Schwarm Zugvögel von seinem Hackbrett auffliegen. Flattern, Flügelschlagen, eine weite nordische Landschaft: Man ist in seinem eigenen Film, wenn man dieser Musik lauscht. Nur einmal, in einem ukrainischen Traditional, heimelt Volkstümliches auch die alpine Seele an. Doch nicht für lange: Bald schon umgarnen sich die beiden Instrumente in reduziert repetitiven Tonschlaufen, wie sie für die Minimal Music typisch sind. Gilbert Paeffgen und Susanna Dill gewinnen ihren traditionellen Instrumenten neue, überraschende Töne ab. Das Bestechende an ihrer Musik: die Selbstverständlichkeit, mit der sie die gegensätzlichen Elemente zusammenführen: das Quecksilber, das vom Hackbrett springt, und das klare Wasser im Fluss des Akkordeonspiels. Wer hat sie schon in so inspirierender Harmonie vereint gehört?
„Berner Zeitung“ / Tina Uhlmann 02.02.2012
Bei Youtube kann man schon mal vorab in ein Konzert der beiden Musiker schauen:


(Das Video hat eine nicht besonders gute Tonqualität – was noch ein Argument mehr ist, sich das Konzert besser live statt aus der Video-Konserve anzuhören)