Mittwoch, 24. August 2016

Vorschau September

Am Sonntag, dem 11. September (wie immer: am zweiten Sonntag im Monat) starten die Freien Klänge in der Festung Mark in die neue Saison. Beginn ist 18 Uhr.

Diesmal steht das Ultramarin-Quartett auf der Bühne im oberen Gewölbe der Festung Mark.
Uliana Horbachevska (Lemberg) – Gesang
Petras Vysniauskas (Vilnius) – Sopransaxophon
Mark Tokar (Kiew) – Kontrabass
Klaus Kugel (Köln) – Perkussion

In der Musik von ULTRAMARINE verschmelzen ukrainische traditionelle Lieder, alter christlich orthodoxer Gesang mit Neuer Musik und Improvisation. Nahtlos verknüpft das Ensemble seine Kompositionen, durchläuft die Klaviatur menschlicher Ausdruckskraft und führt das Publikum durch faszinierende, außergewöhnlich modern und zugleich archaisch anmutende Klanglandschaften.

Die Ukrainische Vokalistin und Schauspielerin ULIANA HORBACHEVSKA studierte an der Lviv Academy of Art, war Mitglied in diversen Theater und Vokalensembles wie u.a. "Maisternia Pisni" und "Rasa" und von 2002 bis 2011 regelmäßige Mitarbeiterin des Grotowski Instituts in Breslau. Darüber hinaus ist sie in der Ukraine auch als Malerin und Ikonenrestaurateurin bekannt. Seit 2008 arbeitet sie mit dem Litauischen Sopran Saxophonisten Petras Vysniauskas und dem Deutschen Perkussionisten Klaus Kugel in verschiedenen Projekten. Zusammen mit dem Ukrainischen Kontrabassisten Mark Tokar gründete sie 2011 das außergewöhnliche Quartett ULTRAMARINE.

PETRAS VYSNIAUSKAS versteht es auf eindrucksvolle Weise Musik seiner litauischen Heimat mit modernen Klängen zu kombinieren. Ihm gelingt der Brückenschlag von Tradition und Moderne, zwei Richtungen, die für ihn keine Gegensätze sind. In der Volksmusik Litauens höre er die Sprache John Coltranes, sagte er in einem Interview. Seine Musik ist zeitlos, dennoch modern, ohne Modernismen. Dazu kommt, dass er seine Instrumente mit größter Virtuosität spielt. Er gehört zu jenen Musikern, die wichtige Akzente im europäischen Jazz setzen. Er arbeitete mit vielen Musikern zusammen wie mit Steve Lacy, Jon Christensen, Tomasz Stanko, Vyacheslav Ganelin, Charlie Mariano, Karl Berger, Bobo Stenson, und vor allem seit 1989 immer wieder mit dem deutschen Schlagzeuger Klaus Kugel.

MARK TOKAR studierte klassische Gitarre in Lviv und Kontrabass in Krakau. Er gilt in seinem Land als der profilierteste Kontrabassist im Spannungsfeld Neue Musik, Improvisation und Jazz. Er ist Mitglied in Ken Vandermark's Resonance Ensemble und gab weltweit Konzerte, u.a. mit Bobby Few, Perry Robinson, Steve Swell, Michael Zerang, Tim Daisy, Dave Rempis, Roberta Piket, Arkadij Shylkloper, Mikolaj Trzaska, Waclaw Zimpel, Petras Vysniauskas.

KLAUS KUGEL, der sein Drumset um eine Vielzahl von filigranen Klang- und Perkussionsvarianten erweitert, ist einer der einfallsreichsten deutschen Perkussionisten. Er machte globusweit durch hochkarätige Internationale Projekte von sich reden. Zusammenarbeit mit Tomasz Stanko, Charlie Mariano, Theo Jörgensmann, Kenny Wheeler, Vyacheslav Ganelin, Bobo Stenson, Glen Moore, Waclaw Zimpel, Sabir Mateen, Robert Dick, Peter Evans, Perry Robinson, Karl Berger, Roy Campbell, Hilliard Greene, Charles Gayle, Bobby Few u.v.a.

Mehr zur Musik und den Musikern unter http://www.ultramarine.inemu.com/

Sonntag, 12. Juni 2016

Christiane-Hagdedorn-Trio

Heute stand Christiane Hagedorn mit ihrem Trio und  ihrem Programm Blue Ciel auf der Bühne der Freien Klänge in der Festung Mark:
Christiane Hagedorn – Gesang
Christian Hammer – Gitarre
Martin Scholz – Piano, Kornett, Percussion

Die Sängerin hat ihre familiären Wurzeln in Magdeburg, vielleicht wird sie deshalb vom Publikum besonders freundlich begrüßt. Kam sie zuletzt mit einer großen Band nach Magdeburg, so ist es diesmal eine kleine Besetzung. Auf dem Programm ihres Trios stehen neben eigenen Titeln überwiegend Bearbeitungen von Liedern aus der Zeit zwischen den 30er bis 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. "Songs, die schon alt waren, als ich ein Kind war, die aber immer noch diese ganz eigentümliche Ausstrahlung haben", erklärt sie ihre Musikauswahl. "Das sind Lieder voller Sehnsüchte. Auch aus nicht ganz so rosigen Zeiten, die bis heute überdauert haben", fügt sie in der Konzertpause hinzu.

Am Anfang des Konzertes steht aber ein eigenes Lied, das wie genau auf den Abend geschrieben scheint. Draußen rauscht der Regen, es regnet förmlich Bindfäden, und Christiane Hagedorn singt "beyond the rain the sky is blue". Ihre samtig weiche Stimme wird dabei zurückhaltend von Christian Hammer an der Gitarre und Martin Scholz am Klavier begleitet. Ja, dieses Lied bringt die Wärme des Sommers mit und passt perfekt zu einem Tag, an dem es seit Wochen mal wieder regnet.

Donnerstag, 9. Juni 2016

Vorschau Juni

Im Juni steht Christiane Hagedorn mit ihrem Trio und  ihrem Programm Blue Ciel auf der Bühne der Freien Klänge in der Festung Mark, am Sonntag dem 12. Juni um 18 Uhr.
Christiane Hagedorn – Gesang
Christian Hammer – Gitarre
Martin Scholz – Piano, Kornett, Percussion

Über das Programm schreiben die Musiker auf ihrer Webseite:
Mit Charme, Raffinesse und Augenzwinkern lässt das Trio aus Westfalen die 30er bis 60er Jahre wieder lebendig werden, jongliert mit Klassikern und eigenen Songs im Retro- Stil, saust über den Atlantik und zurück, von der Côte d'Azur bis zum Bosporus, im Gepäck Chansons von Edith Piaf neben Swing von Ella Fitzgerald und musikalischen Perlen aus dem alten Havanna...
Eine ménage à trois der Extraklasse, die Publikum und Presse begeistert. In kleiner feiner Besetzung, mit großem Ideenreichtum, originellen Arrangements und spielerischer Leichtigkeit schaffen die drei Klangkünstler bezaubernde Momente voller Nostalgie, beschwören Träume in Technicolor in allen Farben des Regenbogens und bewegen sich dennoch erstaunlich virtuos im musikalischen Hier und Jetzt.
Lebendig, sinnlich, frech!

Christiane Hagedorn hatte vor zwei Jahren einen Auftritt bei Jazz in der Kammer. Ihr kräftiger und mitreißender Gesang begeisterte das Magdeburger Publikum. Damals spielte sie vor ausverkauftem Haus. Vielleicht wäre es deshalb empfehlenswert, die Karten für das Konzert am Sonntag bereits im Vorverkauf zu erwerben.

Sonntag, 8. Mai 2016

Tango Transit

Heute war Tango Transit zu Gast bei den Freien Klängen.
Martin Wagner – Akkordeon
Hanns Höhn – Kontrabass
Andreas Neubauer – Schlagzeug


Die Musik des Trios setzt urplötzlich und mit einem kräftigen Beat ein, der gleich die Richtung der Reise zeigt, auf die uns Tango Transit mitnimmt. Denn nimmt man den Namen der Band wörtlich, dann gibt es hier Musik, die zwar von den Ursprüngen und Traditionen des argentinischen Tangos geprägt ist, die aber in unterschiedlichster Weise übertragen wird. Die Band will bewußt nicht nur die Original-Melodien bekannter Tangos wiedergeben. Und so wird gleich zu Beginn des Konzertes drauf los improvisiert, dass es eine Freude hat. Was dabei entsteht, ist irgendwo zwischen traditionellem Tango und Polka, zwischen Jazz und Bluegrass angesiedelt, der Tango verliert seine Melancholie und kommt fröhlich daher. Nur, und auch das wird gleich zu Beginn deutlich, zum Tanzen ist er so wohl weniger geeignet. Das aber ist auch gar nicht das Ziel der Musiker, wie Martin Wagner im Gespräch in der Pause erläutert: Wichtiger ist den Musikern, ihre eigenen Intentionen in die Musik einzubringen.

Auch als sich die Band Piazollas bekannten "Liber Tango" vornimmt, ist das Original nur in kurzen Zitaten zu hören. Im Akkordeon-Solo trifft das typische Instrument des Tango auf Elektroklänge, dann geben Bass und Schlagzeug dem Stück einen schnellen Drive. Vielleicht wäre dafür "Speed-Tango" eine angemessene Bezeichnung . Dann das Titelstück der aktuellen CD "Akrobat". Komponiert vom Bassisten Hanns Höhn, seinen dominanten Bassanteil füllt er improvisierend aus. Wenn Wagner zu einigen Stücken sagt, dass sie sich damit sehr weit vom Tango entfernen, dann trifft das ganz gewiss auf "Fat Cat" zu, zu dem er hinzufügt, "das hat eigentlich gar nichts mehr mit Tango zu tun". In der Tat ist hier die schwungvolle und mitreißende Südstaatenmusik Lousianas zu hören, die einfach gute Laune machte. Vielleicht vermisste man nur noch das Waschbrett als Rhythmusinstrument, aber auch dessen Klänge holte Andreas Neubauer aus Schlagzeug und Percussion heraus.